Studie Nordic Walking mit Parkinson Patienten

C Studienuntersuchung

01 Was ist Parkinson?

Die Parkinsonerkrankung ist eine neurodegenerative Erkrankung, die sich meist zwischen dem 5. und 6. Lebensjahrzehnt manifestiert. Jedoch kann die Erkrankung in jedem Lebensalter, auch im jungen Erwachsenenalter, beginnen. Daher gibt es innerhalb der Deutschen Parkinson Vereinigung, welche den Bundesverband der Selbsthilfegruppen darstellt, die Gruppe U 40 (unter 40 Jahre), die von jungen Parkinson-kranken gegründet wurde.

Die Charakteristika der Parkinsonerkrankung sind Bewegungsarmut (Akinese), Rigor (Muskeltonus-erhöhung), Ruhetremor und gestörte posturale Kontrolle (Haltungsstabilität). Eine Störung der Haltungsstabilität geht mit Gleichgewichtsstörungen einher. Die Parkinsonerkrankung beginnt meistens auf einer Körperseite und die Symptome bleiben auch im Verlauf der Jahre asymmetrisch ausgeprägt.

Die Probleme der Parkinsonpatienten sind vielfältig, die Patienten haben Schwierig-keiten Bewegungen zu beginnen, zu bremsen und Bewegung aufrecht zu erhalten. Bei auftretenden Hindernissen oder beim Passieren von Engstellen kommen Patienten oft ins Trippeln und sind sturzgefährdet. Der innere Trigger zur Bewegungsregulation fehlt, kann aber für eine bestimmte Zeit durch externe Trigger ersetzt werden. Neben motorischen Defiziten haben Parkinson-patienten auch autonome Störungen, welche sich z.B. in einer gestörten Anpassung der Herzfrequenz an eine Belastung oder durch Blutdruckabfall nach körperlicher Belastung bemerkbar machen können. Auch die Atmung ist bei vielen Patienten beeinträchtigt. Histologisch liegt der Erkrankung ein Untergang der dopaminergen Zellen im Mittelhirn zugrunde, dem zu Folge ist der Dopaminstoffwechsel gestört.

Die Behandlung der Parkinsonerkrankung ist symptomatisch. Therapeutisch wird das fehlende Dopamin durch L-Dopa–Präparate und Dopamin-agonisten ersetzt. Jedoch kann die medikamentöse Therapie nicht alle Symptome beheben. Daher wird Physiotherapie, physikalische Therapie und Bewegungstraining als nicht-medikamentöse Maßnahmen eingesetzt. Ziele der Bewegungs- und Sporttherapie sind mit Mitteln des Sports funktionelle Defizite zu bessern und die Bewegungsresourcen der Patienten auszuschöpfen und zu verbessern. Es geht darum, den Patienten zu helfen so mobil wie möglich zu bleiben, sekundäre Komplikationen zu verhindern und motorische Ausfälle zu lindern. Zudem haben Studien gezeigt, dass Sport das psychische Wohlbefinden und die Lebensqualität verbessert.

Auch bei gesunden Menschen nimmt ab dem 30. Lebensjahr die Muskelkraft und Muskelmasse kontinuierlich ab und die Fähigkeit, das Gleichgewicht zu halten und Bewegungen zu koordinieren sinkt. Durch ein entsprechendes körperliches Training kann dieser Prozess aufgehalten werden. Parkinson-patienten sind zum Einen meistens ältere Menschen, zum anderen ist die Abnahme von Kraft, Flexibilität und Koordination durch die Unbeweglichkeit (Akinese) als auch durch den erhöhten Muskeltonus verstärkt und führt zu einer Reduktion des Bewegungs-ausmaßes und der Mitbewegungen (Beispiel: Pendeln der Arme beim Gehen). Parkinsonpatienten scheinen oft ihre stärker betroffene Seite zu „vergessen“ und bewegen diese weniger mit. Weiterhin haben Studien gezeigt, dass Parkinsonpatienten auch mit geringer körperlicher Beeinträchtigung dazu neigen, die sportlichen Aktivitäten aufzugeben, da sie nicht mehr ihr früheres Niveau erreichen oder z.Bsp. Joggen als unangenehm und unrhythmisch empfinden oder sie klagen über zu geringe Muskelkraft z.B. beim Radfahren.